Die Leistungsmodule der Pflegeversicherung 

Die Leistungen der Pflegeversicherung bestehen aus diversen vorgegebenen Modulen. Diese Leistungsmodule sind die Grundlage für die Abrechnung. Grundsätzlich können Sie diese Leistungen auch im Rahmen einer privaten Abrechnung erhalten.

Die Module

  • Erweiterte kleine Körperpflege

  • Kleine Körperpflege

  • Erweiterte große Körperpflege

  • Erweiterte große Körperpflege mit Bad

  • Große Körperpflege

  • Lagern/Betten

  • Nahrungsaufnahme

  • Darm- und Blasenentleerung

  • Darm- und Blasenentleerung + Intimpflege

  • Wohnung verlassen

  • Begleitung außer Haus

  • Heizen (pro Tag)

  • Aufräumen

  • Reinigen

  • Wäschepflege (wö.)

  • Einkaufen (wö.)

  • Mittag kochen

  • Kleine Mahlzeiten

  • Erstbesuch

  • Folgebesuch

  • Einsatzpauschale ( Mo. bis Fr.)

  • Einsatzpauschale (Sa., So. und Feiertage)

  • Tagesstruktur

  • Umfangreiche Pflege (1-8 Stunden)

  • Umfangreiche Pflege (9-16 Stunden)

  • Umfangreiche Pflege (17-24 Stunden)

  • Tageseinsatzpauschale

  • Soziale Betreuung

  • Maniküre

  • Nur Haarwäsche

  • Notfälle

  • Haushaltsbuch / monatlich

Pflegeversicherung: Ein Überblick

Wer ist pflegeversichert?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung, genauso wie die gesetzliche Krankenversicherung. Alle Menschen, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind, sind auch automatisch pflegeversichert. Wer privat krankenversichert ist, muss zusätzlich eine private Pflegeversicherung abschließen. Ein Motto, das Sie überall in diesem Zusammenhang lesen können lautet: "Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung". Das bedeutet, dass die Pflegeversicherung erst dann leistet, wenn die Leistungen der Krankenkasse ausgeschöpft sind.

Wie bekommen Sie Leistungen von der Pflegekasse?

Stellen Sie einen Antrag bei der zuständigen Pflegeversicherung. In der Regel ist das die Krankenversicherung des Betroffenen.

Übrigens: Die persönliche finanzielle Lage muss nicht offen gelegt werden (wie z.B. bei der Sozialhilfe). Wer Beiträge in die Pflegeversicherung einzahlt, hat auch einen Rechtsanspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung, unabhängig von vorhandenem Geld oder Vermögen.

Die Krankenversicherung schickt ihren Medizinischen Dienst zum Betroffenen in die Wohnung. Dieser führt eine eingehende Untersuchung durch und stuft den Pflegebedürftigen in eine bestimmte Pflegestufe ein.

Die Pflegeversicherung schickt den Medizinischen Dienst der Krankenkassen zum Betroffenen in die Wohnung. Der Gutachter schätzt durch Erfragen der persönlichen Situation den Hilfebedarf ein.

Die Krankenversicherung (Pflegekasse) entscheidet unter Berücksichtigung des Gutachtens vom Medizinischen Dienst und schickt Ihnen einen Pflegebescheid zu.

Wenn Sie mit der Einstufung nicht einverstanden sind, können Sie Widerspruch einlegen.

Wenn Sie den Pflegebescheid akzeptieren, wählen Sie sich einen zuverlässigen häuslichen Pflegedienst, dem Sie vertrauen können.

Tipp: Nutzen Sie unsere Checkliste Pflegedienst, um Ihre Entscheidung für den richtigen Pflegedienst zu erleichtern.

Was ist Pflegebedürftigkeit?

Einfach gesagt: Pflegebedürftig ist jemand, der einfache alltägliche Dinge, z.B. Waschen, Zähneputzen, Kochen und Putzen nicht mehr alleine bewältigen kann. Anders ausgedrückt: "Wer bei den gewöhnlichen und regelmäßig wieder- kehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens dauerhaft (mindestens 6 Monate) in seiner Selbständigkeit eingeschränkt ist und auf Hilfe angewiesen ist, gilt als pflegebedürftig."

Zum 01.01.2017 wurde die Pflegeversicherung umfassend reformiert. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über die Neueregelungen.

Pflegebedürftig ist auch, wer regelmäßige medizinische Hilfeleistungen braucht. Was sind Pflegebereiche? Die Verrichtungen des täglichen Lebens werden in vier Pflegebereiche unterteilt:

Ein neuer Begriff der Pflegebedürftigkeit

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff erhebt die Selbständigkeit in wichtigen Bereichen, sowohl bezogen auf körperliche als auch auf geistige Fähigkeiten. Es wird also jetzt erfasst, wie selbstständig der Patient in den relevanten Bereichen ist, und nicht wie vorher welchen Hilfebedarf er ausgedrückt in Minuten hat.

Bei dem neuen Begutachtungsverfahren durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) sind sechs Bereiche sind entscheidend:

  • Mobilität: körperliche Beweglichkeit, wie zum Beispiel das Fortbewegen innerhalb der Wohnung
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten: Erkennen von Personen, örtliche Orientierung, Treffen von Entscheidungen im Alltag
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: nächtliche Unruhe, selbstschädigendes Verhalten, Abwehr pflegerischer Maßnahmen
  • Selbstversorgung: sich selbstständig waschen und ankleiden, essen und trinken sowie die Toilette selbstständig nutzen
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Medikamente selbstständig einnehmen, eigenständige Arztbesuche, Einhalten von Diätvorschriften
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Tagesablauf gestalten und an Veränderungen anpassen, mit anderen Menschen in Kontakt treten

Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen prüft diese Kriterien und legt anschließend die Einstufung in einen Pflegegrad fest. Dies geschieht mit Hilfe einer Punkteskala.

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Susanne Draffehn, Sozialarbeiterin

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